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News:
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Jon Spencer Blues Explosion
Montag, 1.September
Schon 1993, bei der Veröffentlichung des Albums "Extra Width", jubelt die englische Presse die Jon Spencer Blues Explosion (JSBX) zu Innovatoren eines neuen Stils hoch, der sich "Neo-Blues in Verbindung mit Soul, Funk, Rap und Punk" oder so ähnlich bezeichnet. Was einmal mehr unterstreicht, wie wenig der Blues Explosion-Sound in Begriffe gefasst werden kann. In diesem Fall trifft es die Aussage von Leadsänger Jon Spencer schon klarer: "The bottom line is, for fuck's sake, it's just Rock'n'Roll!" Die Band liebt schließlich sowohl John Lee Hooker und die Stooges als auch Run DMC oder die Beastie Boys. Ende der 80er treffen sich Gitarrist Judah Bauer und Drummer Russell Simins in New York zu Jam-Sessions, bis ihnen der durch die Auflösung der in der Indie-Szene heiß geliebten Krawall-Combo Pussy Galore bandhungrige Sänger Jon Spencer in die Hände fällt. Schnell kristallisieren sich die energiegeladenen Liveshows zu den bandeigenen Stärken heraus, denen JSBX bis heute hauptsächlich ihren Bekanntheitsgrad zu verdanken haben. John Lee Hooker lebte ihn fast ein Jahrhundert lang, Robert Johnson verhökerte dem Teufel seine Seele für ihn, die Glimmer Twins machten Fußballstadien mit ihm voll - und Jon Spencer katapultierte ihn - wie es der ironisch-verschmitzte Bandname bereits suggerierte - mit jugendlicher Rotzigkeit und sattem Arschtritt in die Neunziger: Let's talk about Blues. Aber Vorsicht: hier geht's nicht um die miefig-abgestandene Variante, mit der er heute meist in Verbindung gebracht wird, nein: hier geht's um eine krachige, sperrige, bisweilen kakophonisch-experimentelle und dennoch mitreißende Interpretation dieser streng formalistischen Blaupause der Rockmusik. Sie riecht nach Straßenstaub, billigem Fusel, Exzess, Schweiß, sexy Hipswings, brackigem Mississippiwasser und Großstadtsmog gleichermaßen. Sie verbindet Gegensätze wie traditionellen Röhren-Rock mit HipHop-Beats und Streichern, hat altvordere Legenden genauso auf der Gästeliste wie hippe Youngsters. Hyperventilierend und nonchalant, ekstatisch und relaxt - "damaged kind of stuff".
Mit ihrer mit elektrisierenden 60s-Rock-Elektronik, scharf gewürzt mit subversiv-schrägen Texten und harten Breaks, füllten Cobra-Killer-Hits wie 'Mund auf, Augen zu' und 'Heavy Rotation' schon zahllose Tanzflächen, obwohl ihre spektakulären Liveshows ihr eigentliches Element sind: da wird nichts geschönt und niemand geschont, auch nicht ihr Publikum. Wenn D´Orio und Trost auftreten, ist alles möglich nur keine erstarrten Posen: Cobra Killer live sind genauso präsent und exzessiv wie ihre Musik – der Rotwein und das Blut, die bei ihnen unweigerlich fließen, sind echt. Jedes Cobra Killer Konzert ist eine Attacke auf die kalkulierten Exzesse und das Rebellentum-Gepose des Pop-Markts. Ganz en passant beeinflussten Cobra Killer mit ihrer wilden Pionier-Arbeit viele Frauen, die nun ihrerseits elektronische Musik präsentieren: So gab Peaches ihr erstes Konzert als Support der beiden Berlinerinnen, zudem begeisterten Cobra Killer andere Künstler wie Underground Resistance und Sonic Youth: „We played a couple of shows these last few nights in germany with a band called COBRA KILLER that completely knocked us out...it’s two girls & a sampler, and it was just phenomenal, like two of the most inspiring shows on a lot of different levels. i really loved it." (Thurston Moore) |
Programmübersicht
September
03. Pumping Velvet
Oktober
8./9. Endzeit-Festival
November
4. The Audience + Wings Of Love
Dezember
9. Caspian Januar
3. Birthmark März
3. Mimes Of Wine |